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Die roten Drachen und das Dach der Welt
Leuchtend goldene Dächer. Über der Altstadt von Lhasa geht die Sonne auf und hüllt den Potala Palast in zartes Licht. Unzählige Tibeter kommen von überall her um die heiligen Tempelanlagen zu besuchen. Sie werfen sich nieder und drehen ihre Gebetsmühlen. Mitten im Pilgerstrom sitzt ein Mönch in weinroter Robe und rezitiert heilige Schriften. Es sind die Klischees vom “Dach der Welt“, zu denen natürlich auch majestätische Schneeberge gehören und ein kleiner Junge in gelbem Gewand, der als wichtige Wiedergeburt entdeckt wurde, dazu Nomaden die wie eh und je ihren Herden hinterher ziehen.

All diese Bilder zeigt der Dokumentarfilm „Die roten Drachen und das Dach der Welt“ auch. Aber er bettet sie ein, zeigt sie als das, was sie sind: Facetten nur aus dem tibetischen Alltag. Und der ist weit weniger bunt und erhebend als die mystifizierenden Vorstellungen des Westens von friedliebenden buddhistischen Mönchen und Pilgern in farbenfrohen Trachten, die sich lächelnd, betend und meditierend unter chinesischer Besatzung behaupten. Gewagt wurde eine Reise ins Detail, gedreht wurde unauffällig und auf sensible Art. Dabei entstanden Aufnahmen und Aussagen, die in dieser Form bisher nur selten gezeigt wurden. Sie beschreiben das Aufeinandertreffen zweier Welten.

Die Filmemacher zeichnen ein Porträt, das den Alltag in einem mehr und mehr von Chinesen dominierten Land zeigt. Neben vielen (meist jungen) Tibetern kommen auch Chinesen zu Wort, wodurch das Dilemma Tibets sehr deutlich wird. Mit der neuen Bahnlinie nach Lhasa schreitet die „Kolonialisierung“ Zentraltibets voran. Im Schatten dieser Entwicklungen bleibt vielen Tibetern nur noch die Flucht über den Himalaya und damit das Exil …

Die beiden Freiburger Marco Keller und Ronny Pfreundschuh haben diese Dokumentation im Herbst 2004 während eines dreimonatigen Aufenthalts in China, Tibet und Nepal gedreht.
Text: Peter Brüstle



Unbedingt empfehlenswert: das Tibet-Road-Movie "Die roten Drachen und das Dach der Welt" (Hamburger Abendblatt)

Ein ruhiger, klug geschnittener Film, der Emotionen weckt, sie aber nicht schürt und auch Chinesen zu Wort kommen lässt. (Badische Zeitung)

Unter den zahlreichen Filmen, die es über Tibet inzwischen gibt, ist zwei jungen Freiburger Filmemachern etwas ganz Besonderes gelungen... (Klemens Ludwig)



Im Zeitalter der Globalisierung in der die Welt komplexer und anonymer zu werden scheint, unternimmt ein Filmteam aus Freiburg eine Reise ins Detail. Einzelschicksale und biografische Fragmente gewähren Einblicke in das Leben von Menschen, die für gewöhnlich nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Gerade die Menschen, die im Film zu Wort kommen, schaffen die Transformation von komplexen politischen Themen hin zu persönlichen Perspektiven.
Dabei spielen auch spirituelle Fragen mit dem Umgang bezüglich Unterdrückung und Gewalt eine Rolle. Der Dalai Lama erhielt genau hierfür, nämlich für sein Engagement zur gewaltfreien Konfliktlösung den Friedensnobelpreis. Für viele unserer InterviewpartnerInnen ist er nicht nur spirituelles Oberhaupt, sondern auch ein Wegweiser bei der Lebensbewältigung in einem besetzten Land. Nicht zuletzt teilt er mit Tausenden das Schicksal, im Exil zu leben. Obwohl die Filmemacher den Dalai Lama nicht unmittelbar treffen, stellt er eine zentrale Schlüsselfigur im Film dar.

In Anwesenheit der Filmemacher

Regie: Marco Keller Buch: Konzeption und fotografische Dokumentation: Ronny Pfreundschuh Kamera: Marco Keller D, 2007 Länge: 80 min Fassung: DVD, OmU


ACUDkino 1
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