Der Acud Mädchenclub verabschiedet sich
Liebe Besucherinnen und Eltern, liebe Mitarbeiterinnen und Kolleg/innen, liebe Interessierte,
es ist bitter, aber wahr: Zum neuen Jahr müssen wir uns von euch und Ihnen verabschieden. Wie so viele andere Einrichtungen fällt auch der Acud Mädchenclub den fatalen Sparmaßnahmen im Bezirk Mitte zum Opfer. Das bedeutet das Ende vieler kostenloser Angebote für Jugendliche im Bezirk.
Seit der Tagung des Jugendhilfeausschusses am 3. Dezember wissen wir endgültig Bescheid: Nach 13 Jahren, in denen wir erfolgreiche Mädchenarbeit geleistet haben, müssen wir Ende 2009 schließen. Alle Proteste waren zwecklos - der Bezirk reduziert seine Schulden auf Kosten des Jugendbereiches. Für viele bewährte Einrichtungen heißt das: aus und vorbei. Auch für uns.
Leid tut uns das aus vielen Gründen. Uns hat die Arbeit Spaß gemacht. Die Mädchen, die gern und zum Teil seit Jahren hierher gekommen sind, haben sich im Acud Mädchenclub wohl gefühlt. Einen geschützten Raum, an dem sie ihren Interessen nachgehen können und immer ein offenes Ohr finden, dürfen sie sich jetzt woanders suchen. Für sie hoffen wir, dass trotz der massiven Kürzungen noch sinnvolle Angebote in Berlin übrig bleiben werden.
Noch eine andere Gruppe ist von den Kürzungen betroffen, und bei diesen Personen bedanken wir uns von ganzem Herzen. Ohne unsere Honorarkräfte und unbezahlten Praktikantinnen hätten wir unsere Arbeit nicht leisten können. Die Kurse und Freizeitangebote im Mädchenclub wurden zum großen Teil von freien Mitarbeiterinnen geleitet. Wie in vielen anderen Einrichtungen kamen im Acud Mädchenclub auf eine fest angestellte Pädagogin mindestens drei Honorarkräfte.
Sie tauchen in keiner Statistik auf, werden nicht als zukünftige Arbeitslose gezählt. Sie arbeiten in prekären Verhältnissen - ohne Kündigungsschutz, ohne Sozialversicherung, ohne Arbeitsplatzgarantie - und leisten trotzdem ganze Arbeit. Unsere Honorarkräfte haben mit großem Engagement und Kreativität zum Erfolg des Mädchenclubs beigetragen. Gerade für sie sind die Sparmaßnahmen ein Fiasko - angesichts der flächendeckenden Kürzungen sind neue Jobs kaum zu finden.
Bedanken möchten wir uns auch bei unseren engagierten Praktikantinnen. Ihnen wünschen wir, dass sie in der derzeitigen Situation noch eine Möglichkeit finden, ihre unbezahlten Pflichtpraktika abzuleisten.
Ihnen allen wünschen wir alles Gute. Wir verabschieden uns bei allen Besucherinnen, Mitarbeiterinnen und Kolleg/innen und hoffen wider besseres Wissen, dass sich die Lage irgendwann ändern wird - so kann es nicht ewig weitergehen!
Wir bitten trotzdem um Unterstützung, protestieren Sie gegen diese kurzsichtige Politik, berichten Sie über die Kürzungen! Die Folgen betreffen uns alle.
Kontakt:
Mädchenclub ACUD
Veteranenstrasse 21
VH, 3.OG, rechts
10119 Berlin
Tel.: 030/443 594 96
eMail: maedchenclub@acud.de
WWW: http://maedchenclub.wordpress.com/
Öffnungszeiten: Mo-Fr 14.00-20.00 Uhr
Ansprechperson: Heinke Castagne
